Das Anliegen und die Existenz der Freimaurerei...

Freimaurerei ist kein philosophisches System, sondern ein Verhaltensmuster für eine menschliche Gemeinschaft. Ihre gedankliche Basis, das maurerische Menschenbild, nimmt im europäischen Denken eine Sonderstellung ein. Alle philosophischen Systeme und Religionen grenzen sich gegeneinander ab, betonen die Gegensätze und trennen so ihre Mitwelt in Proselyten und Gegner. Anders das maurerische Denken; es ist verbindend, integrierend. Für den Freimaurer ist ein höchstes Wesen Grund und Grundlage seiner sittlichen Verantwortung. Aber es wird nur unter einer symbolischen Bezeichnung verehrt und angerufen; es gibt keine Aussagen über sein Wirken. Es bleibt jedem Einzelnen überlassen, den Freiraum auszufüllen mit den Vorstellungen seines Bekenntnisses oder seiner philosophischen Überzeugung. So wird die Freimaurerei zu einer weltanschaulichen Basis gerade für den modernen Menschen.

 

Auch gegenüber der modernen positivistischen Naturwissenschaft und Technik nimmt das maurerische Denken keine Entweder-oder-Position ein. Beide sind zwar unverzichtbar, dürfen jedoch nicht wert- und verantwortungsfrei ihre Eigendynamik entwickeln. Die Freimaurerei entwickelt die ethischen Normen, welche Wissenschaft und Technik erst zu Werkzeugen des Menschen statt zu einer Gefahr für seine Menschlichkeit werden lassen. Sie versu

cht, das wissenschaftliche Denken und Handeln mit der humanistischen Tradition des Abendladens wieder in Einklang zu bringen. Mit der freiheitlichen staatlichen Gemeinschaft hat sich das freimaurerische Denken von jeher ebenso identifiziert, wie es sich mit jeder Form des totalitären Anspruches als unverträglich erwiesen hat. Die Maurerei ist eine der historischen Wurzeln des freiheitlich-demokratischen Staates und ihre Prinzipien der Toleranz und Brüderlichkeit die geistige Grundlage jeder pluralistischen Gesellschaft.

 

Die Basis der Toleranz und Brüderlichkeit, die im maurerischen philosophischen Menschenbild ihren Ausdruck findet, macht die 275 Jahre alte Freimaurerei zu einer der wichtigsten modernen geistigen Bewegungen. Die Freimaurerei, für viele eine geheimnisumwitterte und schwer verständliche Gemeinschaft, vermittelt  gerade dem um Orientierung ringenden modernen Menschen eine feste geistige Grundlage.

Die Geschichte der St. Johannisloge "Zum Goldenen Pflug", Berlin

Wie die Brüder sagen, wurde der “Pflug” am 8. November 1776 gegründet, indem sich 18 Brüder der Johannisloge „Pilgrim“ entschlossen haben mit Genehmigung des Landesgroßmeisters eine eigene Loge zu gründen, da die Pilgrim Loge zu dieser Zeit über 300 Brüder als Mitglieder hatte; dieser Vorgang ist nicht ungewöhnlich, sondern wurde oft praktiziert.

 

So wurde am 8. November 1776 durch Überreichung der Stiftungsurkunde und durch Unterschrift der Brüder:

 

Ernst Herzog von Sachsen und Gotha

(Landesgroßmeister)

 

Bruder Johann – Wilhelm von Zinnendorf

(deputierter Landesgroßmeister)

 

Bruder Carl Alexander Freiherr von der Goltz

(Erster Großaufseher);

 

Bruder Friedrich von Castillon 

(Zweiter Großaufseher); und

 

Bruder Christoph von Rüdiger

(Großsekretär),

 

die 33. Johannis Loge in Berlin  gegründet.

 

In einem feierlich gestalteten Stiftungsfest wurde diese Urkunde übergeben und wie es offiziell hießt, die Loge mit dem Beinahmen „Zum Goldenen Pflug“ in „Ordnung gesetzt“. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch, dass die Loge unter dem Protector der drei vaterländischen Großlogen und ihrer Constitution „Seine Majestät König Wilhelm von Preußen“ stand. Als erster Vorsitzender Meister wurde der Bruder Christoph von Rüdiger als Logenmeister gewählt, bestätigt und eingesetzt und der die Loge von 1776 bis 1785 leitete. Nicht unerwähnt muss  in diesem Zusammenhang werden, dass zu dieser Gründung der  stellvertretende Protector und Ordensmeister der Großen Landes Loge der Freimaurer von Deutschland; Bruder Friedrich Wilhelm Nicolaus Carl, Kronprinz von Preußen, Königliche Hoheit mit  besonderer Huldigung den Schutz für die Johannis Loge „Zum Goldenen Pflug“ übernommen hat.

 

Schon bei der Gründung hatte die Loge ein Wappen in ähnliche Form wie dieses heute noch benutzt wird und als Zentrum einen Pflug zeigt.  Unter Beteiligung von über 200 Brüder wurde die Gründung und  das Stiftungsfest gefeiert. So konnte der eingesetzte Meister Vertreter aller Berliner und Brandenburger Logen begrüßen. Außerdem waren Abordnungen der Großloge aus Hamburg angereist.

 

Im Protokoll der Gründungsveranstaltung heißt im damals gebräuchlichen Sprachgebrauch wie folgt:

 

„Nachdem der Hochwürdige Logenmeister, Bruder v. Rüdiger als Stifter der Ehrwürdigen Loge zum Goldenen Pfluge, vermittels des gesetzmäßigen Zeremoniells den Hammer übernommen, und zum Logenmeister verordnet und bestellt, und solchergestalt die Hochwürdige Große Landes Loge beendigt ward; bedeckten der damalige deputierte Landes – Großmeister, der Hochwürdige Bruder v. Zinnerdorf, sowie die Hochwürdigen Brüder Großaufseher die Loge, und der Hochwürdige fing die Arbeit damit an, dass er die zu dieser Loge erforderlichen Beamte, erwählte.“

 

Die ersten Jahre nach der Gründung standen im Zeichen von Aufnahmen; so konnten zu Anfang jeden Monat Arbeiten mit Aufnahmen durchgeführt werden, so dass zum 50. Stiftungsfest bereits 88 einheimische Brüder und 57 auswärtige Brüder, z.B. aus Eberswalde, Neustadt, Kattenau, Zewitz, Angermünde usw. zählten. Anlässlich des 50. Stiftungsfestes am achten November 1826 wurde dem „Pflug“ ein Liedertext dargeboten mit insgesamt 184 zeige Strophen; leider ist der Textdichter nicht übermittelt.

 

Zum 100. jährigen Stiftungsfest gehörten zum Goldenen Pflug bereits 232 Brüder. und zum 150 Stiftungsfest 401 Brüder. Anlässlich dieses Stiftungsfestes wurde erwähnt, dass alle Vorsitzende Meister der Tochterlogen sowie die hohen Würdenträger der Altpreußischen Logen anwesend waren. Aus der Johannis Loge „Zum Goldenen Pflug“ gingen die Tochterlogen „Kurfürsten Luise – Henriette“ am 7 November 1900 und die Johannis Loge „Johann Wilhelm von Zinnerdorf“ am 14. September 1921 hervor.

 

Nach Überwindung der Inflation kam es zu Massenaufnahmen; ein großer Teil der Aufgenommenen verließ jedoch nach wenigen Jahren den Orden. Die Zahl der Brüder nahm ab 1930 beständig ab. Die nichtswürdigen Angriffe gegen die Freimaurerei (Ludendorff), die feindliche Haltung der NSDAP bewog viele Brüder die Loge zu verlassen. 1934 konnte noch das Weihnachtsfest unter großer Beteiligung der Schwestern, Freunden und Brüdern im Ordenshaus begangen werden. Doch am 16. Juli 1935 kam nicht nur für den „Pflug“, sondern für alle Logen in Deutschland, das Ende durch die Machthaber des 3. Reiches.  Während der „dunklen“ Jahre traf eine große Zahl von „Pflüger- Brüdern“ das Los des Soldatendasein und fanden auf den Schlachtfeldern den Tod.

 

Die daheim gebliebenen Brüder trafen sich einmal monatlich bis auch diese Zusammenkünfte durch Polizei und Partei kontrolliert wurden Die Bombernagriffe machten diesen Treffen ein Ende. Die amerikanische Besatzungsmacht hat sehr schnell auf Antrag die Wiedereinrichtung der Großen Landes Loge zugestimmt und somit konnte der „Goldene Pflug“ am 22. Juni 1946 wieder entstehen können. Im noch erhaltenen Flügel des Ordenshauses in der Eisenacher Strasse wurde der „Pflug“ durch den Ordensmeister Bruder Oehmen wieder aufgerichtet. Der erste Logenmeister, von 1946 bis 1969, war Bruder Otto Wirth. Bruder Wirth wurde 1949 zum Meister der dritten Ordensstufe gewählt. Unter seiner Leitung wurden monatlich das sehr beliebte Treffen aller Berliner Logenbrüder mit Schwestern und Gästen, stets mit Darbietungen berühmter Berliner Künstlern, durchgeführt.

 

1958 konnte die Loge noch 51 Brüder zählen doch durch das hohe Alter der Brüder schrumpfte die Bruderzahl überdurchschnittlich. Aber am 6. November 1976 feierte die Loge ihr 200. Stiftungsfest mit einer beeindruckenden Tempelarbeit mit 204 Brüdern und einem Jubiläumsball. Der Pflug hatte bereit 37 Brüder in seinen Reihen. 1994 haben sich 20 Brüder vom „Pflug“ zur Reaktivierung der Johannis Loge „Pegasus“ abgespalten.

 

Nach die Wiedervereinigung 1990 pflegten die Brüder vom „Goldenen Pflug“ in gemeinsamen Arbeiten der Logen „Minerva“, Aufwärts“ und „Pegasus“ die Brüderlichkeit.

 

Zum 225. Stiftungsfest am 10. November 2001 ging die Johannis Loge „Zum Goldenen Pflug“ in das Neue Jahrhundert. Die Brüder sind entschlossen, für den Bestand des Ordens, wie er ist und wie sie ihn lieben, voll und ganz einzustehen.

Geschichtliche Ereignisse seit unserer Logengründung

1776 Nordamerikanischer Unabhängigkeitskrieg (1775 – 1783)
1778 wurde Turnvater Jahn geboren
1799 Gründung der technischen Hochschule in Berlin
1816 fand die Uraufführung des Schauspiels „Undine“ von E.T.A. Hoffmann statt
1835 fuhr die erste Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth
1840 wurde die erste Briefmarke in England benutzt
1844 fanden in Schlesien die Weberunruhen statt
1849 wurde in Berlin der Zoo eingeweiht
1851 wurde „The New York Times“ gegründet
1861 hat Philipp Reis das Telefon erfunden
1863 gründete Ferdinand Lassalle Reis den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein
1869 Gründung der Hochschule für Musik in Berlin
1869 wurde in Leipzig Martin Anderson–Nexö geboren
1871 Uraufführung von Wagners „Ring des Nebelungen“
1879 fuhr die erste elektrische Eisenbahn der Firme Siemens
1881 hat der Kanzler Bismarck das Sozialgesetz eingeführt
1883 erfolgte ein gewaltiger Vulkanausbruch in der Dudanstrasse ( Krakatau)
1887 bis dato größte Flutkatastrophe des Hwangho in der Provinz Honan (900.000- Tote)
1891 flog Otto Lilienthal sein erstes Flugzeug
1896 fand in Athen die ersten Olympiade der Neuzeit statt
1896 wurde ebenfalls Carl Zuckmayer geboren
1901 Nobelpreis für Physik für W. Röntgen
1902 wurde Hans von Dohnanyi geboren und wurde 1945 hingerichtet
1902 fuhr in Berlin die erste U–Bahn
1905 wurde der erste Skilift am Hochfirst im Schwarzwald eingesetzt:
1916 fand in Wien die Uraufführung der „Ariadne auf Naxos“ von Strauss
1916 begann die Schlacht an der Somme und die sinnlosen Kämpfe um Verdun
1918 Fand die Revolution statt
1920 Gründung von Groß-Berlin (4 Mio. Einwohner)
1925 wurde der Sänger Dietrich  Fischer Dieskau geboren
1926 Aufstellung der ersten Verkehrsampel auf dem Potsdamer Platz in Berlin
1932 Hat der Atomphysiker Heisenberg den Nobelpreis erhalten
1935 wurden die Logen durch die damaligen Machthaber geschlossen
1936 fanden die Olympischen Spiel in Deutschland statt
1941 fanden die ersten Versuche in der „Unschärferelation“ (Atombombe) statt
1942 fand die erste Energiegewinnung durch Uran – Atom – Spaltung statt
1944 fand in der Normandie die Alliierten Operation  „Overlord“ statt
1945 erster Einsatz einer Atombombe in Japan durch die USA
1945 unterzeichnete Deutschland seine Kapitulation
1946 wurden die deutschen Logen wiedereröffnet
1948 war die Berlin–Blockade durch die UdSSR
1948 Währungsreform und Einführung der D–Mark
1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland mit der Hauptstadt Bonn gegründet
1952 ist der Asienforscher Sven Hedin gestorben
1953 fand der Volksaufstand in der DDR statt
1954 wurde Deutschland mit 3 : 2 über Ungarn Fußballweltmeister
1957 ist durch die UdSSR der Satellit „Sputnik“ gestartet worden
1959 Auslauf des Berlin-Ultimatums der Sowjets
1959 die Sonde „Lunik 3“ fotografiert die Rückseite des Mondes
1961 erster bemannter Raumflug um die Erde mit dem Kosmonauten Gagarin
1961 besucht Präsident Kennedy Berlin
1963 wurde der amerikanische Präsident John F. Kennedy ermordet
1964 Ranger 7 sendet Bilder vom Mond zur Erde
1964 entsteht auf Island eine neue Vulkaninsel
1968 fanden die Studentenunruhen in China statt
1969 betrat der Amerikaner Neil Armstrong als erster Mensch dem Mond
1973 wurde in Berlin der Sportpalast abgerissen und durch Neubauten ersetzt
1974 war die größte Baupleite durch den Konkurs des Kreisels in Berlin–Steglitz
1975 war der Ende des Vietnamkrieges
1976 feierte der "Pflug" sein 200. Stiftungsfest mit 204 Gästen, Schwestern und Brüdern
1976 1. Marsbilder und Erdbeben in Berlin
1977 Terrorismus in Deutschland im Höhepunkt (Morde an Ponto, Schleyer und Buback)
1978 Sadat und Begin beschließen den Israelisch–Ägyptischen Friedensvertrag
1979 beginnt die Invasion der Russischen Armee in Afghanistan und dauerte 10 Jahre.
1980 Gründung der freien Gewerkschaft „Solidarität“ in Polen:
1981 Auf den US-Präsidenten Ronald Ragen wird ein Attentat verübt, das er überlebte
1982 Israel gibt die Sinai – Halbinsel zurück
1983 Das erste Kunstherz wird eingepflanzt, der Patient überlebte 112 Tage
1984 Indira Gandhi wird ermordet
1985 Die Erdbevölkerung erreichte die 5 – Milliarden – Grenze
1986 Reaktorausfall in Tschernobyl
1987 russischen Kosmonauten haben einen Dauerrekord im All von 237 Tagen aufgestellt
1988 Die UdSSR veröffentlicht Radarbilder der Venusoberfläche
1989 „Wir sind ein Volk!“ Die Berliner Mauer fällt
1990 Die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland wird vollzogen
1991 In den Ötztaler Alpen wird ein 6,000 Jahre alter Mann im Gletschereis entdeckt  
1991 1. Golfkrieg, die USA bekämpfen den Irak
1992 Potsdamer Konzert mit Musik des Kaiserenkels durch die Loge „Minerva“
1993 Die Welt beklagt den Tod von Bernhard Minetti
1994 Gedenkstätte Unter den Linden „Neue Wache“ wird wiedereröffnet
1995 fand in Jerusalem die 3.000 Jahrfeier statt
1996 Die Berliner Logen gedenken am Grab von Friedrich II. seines 210. Todestages
1997 Die Oder übersteigt die Dämme in der „Jahrhundertflut“
1997 „Lady Di" stirbt bei einem Autounfall; England verlässt seine Kronkolonie Hongkong
1998 Nach 16 Jahren wird die CDU/CSU und FDP durch Rot – Grün abgelöst
1999 Regierungsumzug nach Berlin
2000 Die Erdbevölkerung erreicht 6 Milliarden
2001 Die Genforschung entschlüsselt alle 39.000 Gene
11. September 2001: Terroranschlag in den USA – Zerstörung des World Trade Centers
19. November 2002: Der „Pflug“ feiert sein 226. Stiftungsfest  
19. März 2003: Der lang angekündigte 2. Irakkrieg beginnt um 3.00 Uhr des Mittwoch-Morgen

Kurzerklärung der Freimaurerei

Freimaurerei ist eine Lehre, die versucht, Brüder Freimaurer
 
in Gemeinschaft durch Symbole und Rituale stufenweise zu solchen
 
Menschen zu erziehen, wie alle Menschen sein sollten:
 
menschlich, friedlich, brüderlich,
 
tolerant und liebesfähig.

Ein Bild oder: "Vom Menschen..."

"Wer war der Tor, wer Weiser, wer Bettler oder Kaiser?" lautet die Bildüberschrift. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, die es uns ermöglichen, die Insignien des jeweiligen Standes den nur noch mit ihren Totenschädeln anwesenden ursprünglichen Besitzern zuzuordnen. Die Zeit hat alle Unterscheidungsmerkmale getilgt. In unserem Denken und Handeln verdrängen wir, daß nur sehr wenige von denen, die das Jahr 2000 erleben, auch das Jahr 2100 erleben werden. Was wird von uns im Jahr 2100 noch übrig sein? Der Gedanke an den Tod soll uns als eindringliche Mahnung bewegen, unsere persönliche Verantwortung für ein rechtes Leben zu erkennen und zu übernehmen. Recht zu leben gilt es also! Doch wie bestimmen wir, was in uns von bleibendem Wert ist, wenn wir in einer ungeduldigen Gesellschaft leben, die sich nur auf den unmittelbaren Moment konzentriert? Die Freimaurerei gibt hier keine direkten Antworten, hilft aber jedem, der ernsthaft bemüht ist, für sich eine persönliche Antwort zu finden.

 

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